Tracking-Halsband für Mitarbeiter – Eine neue Dimension der Überwachung am Arbeitsplatz

By | 29. Mai 2019|Categories: Aktuelles|

Die Überwachung von Arbeitnehmern seitens des Arbeitgebers ist seit langer Zeit im Fokus der Rechtsprechung. Sei es durch eine am Arbeitsplatz fest installierte (heimliche) Videoüberwachung oder durch sog. „Keylogger“ am PC des Arbeitnehmers, mit deren Hilfe der Arbeitgeber alle Tastaturanschläge und Bildschirmausschnitte nachverfolgen kann. Grund für entsprechende Überwachungsmaßnahmen ist oft zu gewährleisten, dass vertraglich vereinbarte Arbeitszeiten eingehalten werden und festzuhalten, dass arbeitgeberseitig zur Verfügung gestellte Betriebsmittel ausschließlich dienstbezogen genutzt werden. Durch die Vernetzung der meisten Arbeitsplätze mit dem Internet und auch privater Nutzung von Dienst-Smartphones wird es in der digitalisierten Welt immer schwieriger Arbeit und Privatleben voneinander zu trennen. Sowohl private als auch berufliche Emails können nahezu von jedem Ort der Welt abgerufen werden und privat frequentierte Webseiten sind in Sekundenschnelle am Arbeitsplatz abrufbar. Das Interesse des Arbeitgebers an der Überwachung und Sicherstellung der vertraglich zugesicherten Arbeitsleistung steht dann in Konflikt mit dem Interesse des Arbeitnehmers auf Wahrung der Persönlichkeits- bzw. Privatsphäre. Die oft komplexe Auflösung dieses Konflikts ist dann über eine faire Abwägung zwischen beiderseitig grundrechtlich geschützter Interessen (etwa aus Art. 10 GG und Art. 8 EMRK) herbeizuführen.